ENERGYLAND/DER SEE

„Energieland“ wollen riesige gelbe Buchstaben am Ende der Welt - genauer in Großräschen bei Senftenberg - verheißen. Und sind damit die einzige Erhebung, an denen sich das Auge festzuhalten vermag. Nichts bietet dem Blick des Betrachters Halt. Konzentriert fokussiert man den Horizont, in der Hoffnung Klarheit zu gewinnen. Der karge Vordergrund verschwimmt in Bedeutungslosigkeit. Wovon soll man sich ein Bild machen, wenn man die Orientierung verliert; Nah und Fern, Himmel und Boden eins werden?

Der ehemalige Tagebau bei Senftenberg wird sukzessive geflutet und ist in ferner Zukunft ein Teil der Lausitzer Seenlandschaft. Einer von Dutzenden künstlichen Seen. Und dann? Die zart nachwachsende Vegetation und die Spuren vertriebener Zivilisation werden überschwemmt. Und dann gibt es dort nichts mehr zu sehen. Bietet diese Landschaft nicht bereits alles, was einen See, ja ein ganzes Meer ausmacht? Schneebedeckte Ebenen gleichen dem schäumenden Wasser. Grashalme werden zu Strandhafer. Abraumhalden sind Dünen.

Wie weit treibt uns unser Hunger nach Energie? Wie viel Heimat und Identität sind wir bereit, dafür preiszugeben? Was macht diese Ausbeutung natürlicher Ressourcen und deren Folgen aus der einheimischen Bevölkerung?

Diese Serie enstand 2010 im Rahmen des Kurses „Out of Berlin. Auf der Suche nach Design“ unter der Leitung von Wiebke Loeper an der Fachhochschule Potsdam/Deutschland.

© 2010 Robert Beyer

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